Der Firmenwagen ist Visitenkarte und im besten Fall das Aushängeschild jedes Betriebes. Gleichzeitig spiegeln die Handwerkerfahrzeuge auch die Vielfalt des deutschen Handwerks wider. Im Rahmen des bundesweiten Wettbewerbs „Sterne des Handwerks“ der Aktion Modernes Handwerk e. V. (AMH) soll dieses Jahr zum zweiten Mal das kreativste und innovativste Firmenwagendesign geehrt werden. Handwerker aus ganz Deutschland können vom 15. August bis zum 30. November Fotos von ihren Wagen oder Gestaltungsentwürfen auf der Homepage www.sterne-des-handwerks.de hochladen und sich so für den Hauptpreis bewerben: Dem Gewinner winkt ein neuer Firmenwagen mit Beschriftung. Für Teilnehmer, die noch auf der Suche nach einem guten Design sind oder Fragen zur Umsetzung ihrer Ideen haben, gibt der Jury-Vorsitzende Christoph M. Scheller, Professor für Design und Gestaltung an der Fachhochschule Aachen, hilfreiche Tipps.

TIPP 1 – WÄHLEN SIE DEN RICHTIGEN DIENSTLEISTER

Wenn Sie in den ersten Gesprächen mit einem Fahrzeugbeschrifter, oder Werbemittelgestalter
und einer Werbeagentur oder Designern sind, sollten Sie sich immer Referenzbeispiele
zeigen lassen. Dadurch können Sie sich im Voraus ein Bild über Qualität, Stil und
Anspruch des voraussichtlichen Entwurfs und der technischen Umsetzung machen,
können Ihre Erwartungen verdeutlichen und erleben somit kaum negative Überraschungen.
Von vermeidlich billigen Angeboten ist abzuraten, da wie in jeder anderen Dienstleistung
oder im Handwerk die Qualität im Zusammenhang mit dem zeitlichen Aufwand
steht und eine Fahrzeugbeschriftung auch einige Jahre halten sollte. Gerade die Qualität
bei der Außendarstellung Ihres Unternehmens ist sehr wichtig, da sie für den Betrachter
die Qualität Ihres Unternehmens widerspiegelt. Und der erste Auftritt beim Kunden zählt
bekanntlich doppelt.

TIPP 2 – MACHEN SIE SICH EIGENE GEDANKEN, BEVOR SIE DEN PROFI FRAGEN

Wenn Sie sich für einen Dienstleister entschieden haben, müssen Sie diesem Ihre Wünsche
und Vorstellungen in einem so genannten Briefing mitteilen. Dieses Briefing ist eine
schriftliche Auflistung aller Inhalte und Vorgaben, die Ihnen bei der Gestaltung Ihres
Fahrzeuges wichtig sind.

 

Überlegen Sie sich vor einem Treffen Antworten auf folgende Fragen:

Wer soll von Ihrem Fahrzeug angesprochen werden?
Was für ein Produkt / eine Dienstleistung bieten Sie an?
Existiert ein Alleinstellungsmerkmal?
Welche Texte und Kontaktdaten sollen auf das Fahrzeug?
Was ist Ihnen Ihre Fahrzeugbeschriftung wert?

 

Grundsätzlich sollte man dabei nach dem Motto „weniger ist mehr“ lieber auf zu viele
Informationen am Fahrzeug verzichten. Konzentrieren Sie sich optimalerweise neben
den Kontaktangaben auf eine Hauptaussage, die im Vordergrund stehen sollte.

Zusätzlich zum Briefing sollten Sie vorhandene Geschäftspapiere und Werbematerialien
Ihres Unternehmens in gedruckter und digitaler Form mitbringen, damit sich der Gestalter
daran orientieren kann. Vielleicht finden Sie auch schon ein paar Beispiele von Fahrzeugbeschriftungen
die Ihnen gefallen und Ihre Vorstellungen verdeutlichen.

TIPP 3 – HINTERFRAGEN SIE DEN FERTIGEN ENTWURF

Natürlich existieren keine Formeln, mit denen man eine gute Gestaltung berechnen
kann, da Zeitgeist und Geschmack sich stetig verändern. Dennoch gibt es Grundregeln,
nach denen die Gestaltung eines Fahrzeugs und Werbung funktionieren. Die folgenden
Fragen dienen als Leitfaden, um die gelieferten Ideen und die grafische Umsetzung des
Gestalters zu bewerten.

 

FRAGE 1 – Liegt dem Entwurf eine Idee zu Grunde?

Wenn Ihnen die ersten Entwürfe vorgelegt werden, sollten diese Sie positiv überraschen,
sie sollten einprägsam und eigenständig sein. Ein Zeichen für eine gute kreative Lösung
einer Fahrzeugbeschriftung ist es, wenn Sie die Idee hinter dem Konzept sofort verstehen
und das Design die Idee noch schön verpackt. Denn eine nicht alltägliche Lösung,
eine Text-Bild-Kombination, die man gerne entschlüsseln will, prägt sich besser ein.
Zeigen Sie unbefangenen Leuten die verschiedenen Entwürfe ohne vorherige Erklärungen.
Wenn diese die Botschaft nicht sofort verstehen, ist das Konzept nicht stimmig.
Und lassen Sie sich nicht mit nur einem Entwurf oder der erstbesten Idee abspeisen.

 

FRAGE 2 – Passt die Gestaltung zum Unternehmen?

Legen Sie neben die Entwürfe für Ihr Fahrzeug sämtliche Geschäftspapiere und Werbematerialien,
die bereits für Ihr Unternehmen existieren. Diese sollten einen stimmigen
Gesamteindruck bilden und zueinander passen. Denn nur mit einem einheitlichen Auftritt
bringt der Kunde die verschiedenen Elemente mit Ihrem Unternehmen in Verbindung.

 

FRAGE 3 – Versteht man Ihr Angebot?

Grundlegend ist, dass Ihr Angebot eindeutig im Vordergrund steht und die Vorteile Ihres
Unternehmens gegenüber anderen klar, einfach und exakt kommuniziert werden.
„Schönreden“ hilft dabei nicht, denn Sie stehen auch nicht immer neben Ihrem Fahrzeug
und erklären allen, wie es gemeint ist.

 

FRAGE 4 – Ist die Gestaltung an das Fahrzeug angepasst?

Nutzt die Gestaltung die volle Fläche des Fahrzeugs? Bei einer guten Gestaltung kann
auch freie Fläche (Weißraum) eine gewisse Qualität vermitteln. Dies sollte aber nicht
dazu führen, dass die wichtigen Elemente kleiner werden. Außerdem kann ein Aufgreifen
der Fahrzeugform ein gutes Gestaltungselement sein.

 

FRAGE 5 – Sind alle Daten vorhanden und gut lesbar?

Achten Sie darauf, dass alle wichtigen Daten vorhanden sind, vor allem der Name und
die Telefonnummer sollten gut lesbar sein. An Bedeutung gewinnen natürlich auch die
E-Mail-Adresse und die Webadresse. Die direkte Anschrift sollte ebenso vorhanden sein,
ist aber nicht in jedem Fall Pflicht.

Die Schrift sollte selbstverständlich groß genug und gut lesbar sein, denn oftmals bleibt
nur ein kurzer Moment, in dem alle Informationen gelesen werden müssen. Von zu
verspielten und geschwungenen Schriften ist hier abzuraten. Diese sollten höchstens
akzentuiert als dekorative Elemente zum Einsatz kommen.

 

FRAGE 6 – Fällt das Fahrzeug auf?

Fragen Sie sich selber, ob Sie Ihr Fahrzeug mit dem ausgewählten Design im Straßenverkehr
wahrnehmen würden. Wichtig ist es, nicht in der Masse unter zu gehen. Es gibt
verschiedene Lösungen wie z. B. reflektierende Folien und Vollbeklebung. Lassen Sie
sich hierzu beraten.


FRAGE 7 – Weckt die Gestaltung Emotionen?

In einigen Fällen kann es von großem Vorteil sein, Emotionen beim Betrachter zu
wecken. So schaffen Bilder von Personen und Gesichter ein Vertrauen beim Betrachter.
Jedoch sollten Sie hier darauf achten, dass es wirklich professionelle Fotos sind. Dies gilt
auch für Maskottchen, die für Ihr Unternehmen stehen sollen. Diese sollten in jedem Fall
einen direkten Bezug zu Ihrem Unternehmen haben und nicht willkürlich gewählt sein.

Wenn ein Entwurf alle Kriterien erfüllt, Sie ihn blind beschreiben können, steht der Umsetzung
nichts mehr im Weg. Sie sollten von der Gestaltung überzeugt sein. Scheuen Sie
sich nicht, mit eventuellen Korrekturen an die Agentur heran zu treten, vertrauen Sie
jedoch auch auf das Fachwissen eines professionellen Dienstleisters.

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